|
Folgender Artikel über die Anders und Seim neue Medien Aktiengesellschaft erschien in der Magazinbeilage der Langener Zeitung vom 09.11.2001: Bodenständige HimmelsstürmerLangener Software-Firma hat großen Erfolg mit Herstellung und Beurteilung von Bildschirmschonern Von Jan Wagner Comic-Kater Garfield ist wie immer ganz gelassen und die vielfarbigen Fische, die sich vom einen zum anderen Rand des Bildschirms bewegen, laden ebenso wie romantische Berg-, Fluss- und Waldlandschaften zum sanften Einschlafen ein. Das Spiel mit Rocco Rabbit, der das Osterfest gegen den intrigierenden Nikolaus rettet, lässt Stress vergessen und die Sonnenfinsternis mit Untermalung des Kufsteinliedes belustigt - alles, was der Internetsurfer auf der Webseite bildschirmschoner.de zu Gesicht bekommt, ist vor allem eines: entspannend. Dabei steckt viel Aufwand hinter dem größten deutschen Internetangebot für die bunten Bilder und Szenenfolgen, die das PC-gequälte Auge in Arbeitspausen zur Ruhe kommen lassen sollen. ![]() Die Macher der Seite, die mit monatlich 1,7 Millionen Zugriffen zu den meistbesuchten in Deutschland zählt, leben und arbeiten in Langen: Vor rund sechs Jahren gründeten Götz Anders und Markus Seim, beide 33 Jahre alt und versierte Informatiker, ihre Firma. Sie saßen in einem kleinen Dachzimmer und wussten zunächst nur, dass sie selbstständig sein wollten, ihre "eigenen Herren". "Wir haben einen Kredit von 20 000 Mark genommen, uns reingehängt, und plötzlich lief es", erinnert sich Markus Seim. Und wie es lief: Gleich der erste Kunde hatte den klangvollen Namen "American Express Bank", wenig später bestellte auch die Flughafen Frankfurt Main AG auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Software. Bald rückten die beiden vom ursprünglichen Plan, primär individuelle Software für Unternehmen zu produzieren, ab, um sich auf die Konzeption von Web-Seiten und schließlich auf das weite Feld der Bildschirmschoner zu konzentrieren. Aus dem Dachzimmer ist inzwischen ein stattliches Gebäude in der Raiffeisenstraße geworden, aus dem Zwei-Mann-Team die elf Mitarbeiter zählende Aktiengesellschaft "anders+seim". "Natürlich haben wir unser Glück auch gezwungen", sagt Götz Anders. In den frühen Zeiten hatte die Arbeitswoche nicht selten hundert Stunden. Auch heute noch ist die Firma Lebensinhalt. "Wenn es sein muss, sitzen wir alle auch mal 40 Stunden am Stück an einem Projekt", sagt Markus Seim. So geschehen zuletzt vor rund einem Jahr, als das Bildschirmschoner-Spiel "Nikolaus Express" unbedingt zum 1. Dezember auf der Seite stehen musste. Der Lohn: 150 000 User holten sich das Abenteuer auf ihre Computer, die Sponsoren waren zufrieden, eine Fortsetzung des Spiels ist gerade in Arbeit und wird rechtzeitig zur vorweihnachtlichen Zeit fertig sein. Außerdem stehen momentan Projekte für die RTL-II-Serie "Popstars" und die Deutsche Bahn AG an. Bildschirmschoner stellen Anders und Seim nicht nur her, vielmehr nehmen sie auf ihrer Webseite eine Vielzahl anderer Produzenten redaktionell unter die Lupe, sprechen Empfehlungen aus und ermöglichen den direkten Zugriff auf rund 400 Motive. Mehr als früher sind die Firmengründer auf organisatorische Abläufe fixiert. "Aber wir sitzen nicht im Elfenbeinturm. Wenn möglich, legen wir auch selber Hand an", sagt Markus Seim. Mit dem Wachstum der Firma hat auch das Gefühl der Verantwortung an Bedeutung gewonnen. "Zumal alle unsere Mitarbeiter gut mitziehen", betont Anders. Die Entscheidung, vor einem Jahr bei Gründung der Aktiengesellschaft nicht an den Neuen Markt zu gehen, vergegenwärtigt, dass die Himmelsstürmer eine Politik der kleinen Schritte favorisieren und auf dem Boden der Tatsachen bleiben. (Text: Jan Wagner, Foto: Marc Strohfeldt)
|
|